· Pressemitteilung

DRK-Wasserwacht warnt vor dem Betreten von Eisflächen

Am 22. Januar kam es in den Nachmittagsstunden zu einem Notfall auf dem Senftenberger See im Bereich der Südsee. Eine Person war ins Eis eingebrochen. Die DRK-Wasserwacht Senftenberg beteiligte sich an der Rettung und unterstützte die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr Senftenberg.

Aus diesem aktuellen Anlass warnt die Wasserwacht des DRK-Kreisverbands Lausitz vor dem Betreten von Eisflächen insbesondere auf dem Senftenberger See und dem Kiebitzer See. Frostige Temperaturen machen im Winter aus vielen Flüssen, Seen und Gewässern Eisflächen, die zum Spazieren oder Schlittschuhlaufen verlocken. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt hier vor ernster Lebensgefahr und empfiehlt, nur Eisflächen zu betreten, die offiziell von lokalen Behörden freigegeben sind, da die Gefahren eines Eiseinbruchs hoch sind.

„Die Dicke der Eisschicht wird von vielen Menschen unterschätzt, stehende Gewässer sind erst ab mindestens 15 Zentimetern sicher, fließende Gewässer erst ab 20 Zentimetern. Wer ins Eis einbricht, unterkühlt innerhalb weniger Minuten und droht zu ertrinken“, sagt Aron Trippner, Kreisleiter der Wasserwacht des DRK-Kreisverbands Lausitz.

Warnsignale beachten und Verhalten im Notfall 

„Wenn es unter den Füßen knackt, knistert und sich Risse in der Oberfläche bilden, droht das Eis zu brechen. Legen Sie sich sofort flach hin, um das Gewicht zu verteilen und robben Sie langsam Richtung Ufer. Wer einbricht, sollte die Arme schnell ausbreiten, um ein Untertauchen unter das Eis zu verhindern. Versuchen Sie, sich auf die Eisoberfläche zu rollen und kriechend zurück an Land zu gelangen“, gibt Aron Trippner Tipps für den Notfall. 

Um eine ins Eis eingebrochene Person zu retten, sollte immer zuerst der Notruf 112 abgesetzt werden. Auf keinen Fall darf man zur Unfall­stelle hinlaufen. Zur eigenen Sicherheit muss ein Retter zuerst die Tragfähigkeit des Eises prüfen und darf sich der eingebrochenen Person nur liegend nähern. Sind Rettungsring oder -leine vorhanden, sollten diese von einem sicheren Standort zur Einbruchstelle hingeworfen werden, Alternativen sind auch ein Stock oder Schal. Bei einer weiter entfernten Einbruchstelle sollte sich der Retter mit einem Seil am Ufer sichern und zur betroffenen Person robben. Eine Leiter kann helfen, das Gewicht auf dem Eis zu verteilen und vor einem eigenen Einbruch schützen.

Gerettete Person aus dem Eis an einen warmen Ort bringen 

Konnte die eingebrochene Person aus dem Wasser befreit werden, ist es wichtig, die nasse Kleidung auszuziehen und in eine warme Decke zu wickeln. Ist die Person bewusstlos, atmet aber normal, muss sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Bei nicht normaler Atmung oder Kreislaufstillstand muss die Herz-Lungen-Wiederbelebung durchgeführt werden, das heißt 30 Mal Herzdruckmassage, 2 Mal Atemspende im Wechsel. „Führen Sie die Maßnahme so lange durch, bis der Rettungsdienst eintrifft und übernimmt, oder bis die betroffene Person wieder normal zu atmen beginnt“, so Aron Trippner abschließend.